Musik

Echo-Skandal: Helene spricht, Rapper ohne Plattenvertrag

Wo bleibt der Aufschrei der Jungen? Nach der Skandalauszeichnung der Rapper Kollegah und Farid Bang beim Musikpreis Echo war es im Wesentlichen die Generation 50 plus, die ihren Unmut kundtat. Campino, Klaus Voorman, Peter Maffay, Marius Müller-Westernhagen ... Sie alle bezogen Stellung zum Auftritt des Rap-Duos, deren Textzeilen dem Vorwurf des Antisemitismus ausgesetzt sind. Was aber ist die Haltung der 17-fachen Echo-Preisträgerin Helene Fischer? Nachdem verschiedene Medien vehement ein Statement des Schlager-Superstars einforderten, meldete sich die 33-Jährige jetzt tatsächlich zu Wort.

Sie nutze zum ersten Mal die sozialen Medien, um ihr "angebliches 'Schweigen zu brechen' und um ein paar Dinge ein für alle Mal klar zu stellen", schreibt Fischer in einem Eintrag bei Facebook. "Diejenigen, die mich bei meinen Konzerten besuchen, mich vielleicht auch abseits der Bühne getroffen haben, wissen, wie viel mir der liebevolle und respektvolle Umgang mit Menschen bedeutet", lässt sie ihre Fans wissen. Sie stehe für "Werte wie Menschlichkeit, Toleranz, Respekt und Gewaltfreiheit" und empfinde den Auftritt von Kollegah und Farid Bang bei der Echo-Gala 2018 entsprechend als "unangemessen und beschämend". Fischer weiter: "Den ECHO zu gewinnen ist vielleicht das eine, die beiden dort auch noch auftreten und ihre Show machen zu lassen, fand ich persönlich bedrückend. Schade, dass durch diese Provokation so viel Promotion entsteht - auch jetzt wieder, wenn ich diese Zeilen schreibe."

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Ob sich die "Promotion" für die beiden Skandalrapper tatsächlich so vorteilhaft gestaltet, ist indes die Frage. Die Plattenfirma BMG, die das Echo-prämierte Album "Jung Brutal Gutaussehend 3" vertreibt, kündigte an, die kommerziell so erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Duo auszusetzen. "Wir hatten den Vertrag über ein Album. Jetzt lassen wir die Aktivitäten ruhen, um die Haltung beider Parteien zu besprechen", lässt sich BMG-Vorstandschef Hartwig Masuch in einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" zitieren. Er distanziere sich "von jeder Form von Antisemitismus" und entschuldigte sich "bei den Menschen, die sich verletzt fühlen".

Ein durchaus überraschender Sinneswandel, nachdem der zur Bertelsmanngruppe gehörende Musikverlang lange Jahre gute Geschäfte machte mit der hochgradig provokativen Kunstform des Battle- und Gangster-Rap. In einem Interview mit der "Zeit" hatte am Mittwoch Sven Regener die Frage aufgeworfen: "Wer profitiert eigentlich von dieser Musik?" Der Frontmann der Berliner Band Element Of Crime nahm in diesem Zusammenhang Plattenfirmen in die Pflicht: "Man schlägt lieber den Sack als den Esel. Wenn man irgendwo ansetzen muss, dann bei den Leuten im Hintergrund, die das verantworten und aus Profitinteresse pushen. Bei den Bertelsmann-Managern." Auch die Videoplattform YouTube profitiere enorm von den kalkulierten Tabubrüchen deutscher Rap-Musiker.

teleschau - der mediendienst

Quelle: "teleschau - der mediendienst"

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