Musik

Audio-Mitschnitt veröffentlicht: "Der Spiegel" stellt Morrissey bloß

Der Schuss ging nach hinten los: In einer wortreichen Stellungnahme am Montagabend auf Facebook erhob Morrissey schwere Vorwürfe gegen den "Spiegel". Dem deutschen Nachrichtenmagazin warf der englische Sänger vor, ihn aus Eigennutz falsch zitiert zu haben zu so heiklen Themen wie Brexit, Weinstein-Skandal und der Flüchtlingspolitik der deutschen Bundesregierung.

Der "Spiegel", so schloss der 58-Jährige seine Generalabrechnung mit den Medien insgesamt, weigere sich wohl nicht ohne Grund, den Audiomitschnitt zu veröffentlichen. Doch genau das hat das Medienhaus über das Online-Portal "Spiegel Online" nun getan. Was aus dem knapp 45-minütigen MP3-Stream hervorgeht, stützt im Wesentlichen das, was die Journalistin Juliane Liebert zuvor auf ihrem Twitter-Profil bekräftigt hatte: Das gedruckte Interview sei ein "wörtliches Transkript" dessen, was Morrissey sagte.

Tatsächlich finden sich all die kontroversen Aussagen, die nach der "Spiegel"-Veröffentlichung diskutiert wurden, so wieder, wie sie angemessen ins Deutsche übersetzt wurden. Morrissey äußerte nachweislich, er würde Donald Trump um der Menschheit willen töten, gäbe es einen Knopf, der das erledigte. Auch seine umstrittenen Aussagen zum Sexismusskandal in Hollywood, die eine Mitschuld der Opfer nahelegen, entsprechen in der gedruckten Version dem originalen Wortlaut. Dass die Einlässe ironisch oder spaßig konnotiert sein könnten, lässt sich nicht heraushören. Was auch für die Behauptung gilt, Berlin sei aufgrund des Flüchtlingsstroms und der offenen Grenzen zur "Vergewaltigungshauptstadt" geworden.

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In seiner Facebook-Wutrede versuchte der frühere Frontmann der Band The Smiths noch einen gegenteiligen Eindruck zu erwecken. "Vor ein paar Wochen erlaubte ich unklugerweise, dem 'Spiegel' in mein Leben zu treten", stand da zu lesen. Es folgt eine Reihe vermeintlicher Richtigstellungen besonders kontroverser Gesprächspunkte. Darunter: "Würde ich Donald Trump töten? - Nein, niemals. Würde ich Kindesmissbrauch unterstützen? - Nein, niemals! Würde 'Der Spiegel' meine Ansichten angemessen wiedergeben? - Nein, niemals! Würde ich jemals wieder mit Print-Medien sprechen? - Nein, niemals!"

Während in der Kommentarspalte unter dem Post eine wilde Debatte unter Fans und Kritikern ausgebrochen ist, lässt ein Kommentar des Sängers zum veröffentlichten Interview-Mitschnitt noch auf sich warten.

teleschau - der mediendienst

Quelle: "teleschau - der mediendienst"

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