Musik / CD

Johnny Cash: Forever WordsMehr als nur Worte

Mit Johnny Cash verhält es sich ähnlich wie mit Jimi Hendrix oder Michael Jackson: Er mag nicht mehr unter uns weilen, aber durch diverse posthume Veröffentlichungen quer durch die Kunstformen bleibt er im Kulturbetrieb doch präsent. 2016 erschien mit "Forever Words - The Unknown Poems" ein Buch mit bislang unveröffentlichten Gedichten der Rock- und Country-Legende. In Anlehnung an die lyrische Sammlung wurden nun für das Album "The Music: Forever Words" einige dieser Texte zu Songs geformt.

Der Richtigkeit halber sei erwähnt, dass nicht alle Texte dem vorangegangenen Band entnommen wurden. Aber alle stammen von Johnny Cash. "Folgt dem Wort", lautete die einzige Regel, welche die insgesamt 16 Interpreten auf diesem Album vorgesetzt bekamen. Unter den Augen der beiden Co-Produzenten John Carter Cash (Johnny Cashs Sohn) und Steve Berkowitz ließen sie ihre Gedanken beim Lesen in Töne fließen.

Die ersten Gitarrenklänge kommen von Willie Nelson, die erste Stimme, die wahrgenommen wird, ist die von Kris Kristofferson. Es sind namhafte Persönlichkeiten, die gleich zu Beginn klarmachen: "Forever Words" ist keine "Cash Cow", mit der das Vermächtnis einfach nur kommerziell ausgepresst werden soll, sondern eine ernstzunehmende musikalische Ausgrabung kleiner literarischer Edelsteinchen.

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Geschliffen wurden sie alle im amerikanischen Stil, dennoch ist die Vielfalt enorm. Beizeiten droht sie sogar, dem Album ihre - durch die Textbasis grundsätzlich vorhandene - Homogenität zu entziehen. Große Frauenstimmen wie Alison Krauss oder Jewel, die mit "Body On Body" eine gar hitverdächtige Akustikballade beisteuerte, stehen auf einer Seite. Country-Männer wie Brad Paisley oder Jamey Johnson sind gegenüber zu finden. Und während ein Fremdkörper wie das R'n'B-getränkte Stück "Goin', Goin', Gone" von Robert Glasper (featuring Ro James und Anu Sun) etwas aus der Reihe tanzt, werden in der Mitte ein paar exponierte Diamanten in die heilige Johnny-Cash-Vitrine gelegt: Elvis Costello etwa holt für den im Stil eines Crooners dargebotenen Song "I'll Still Love You" ein Orchester ins Wohnzimmer und liefert dazu hinreißende Zeilen: "I won't be a stranger when I get to heaven, cause you gave me heaven right here on earth".

Stark reduziert, aber keinesfalls weniger berührend, wird ein weiterer Liebestext vertont: "To June This Morning", adressiert an Cashs Ehefrau June, wird vom Country-Ehepaar Ruston Kelly und Kacey Musgraves mit ebenso viel Bescheidenheit wie Hingabe interpretiert.

Das Stück, welchem schon vor der Veröffentlichung des Albums die größte mediale Aufmerksamkeit zuteilwurde, ist jedoch "You Never Knew My Mind". Johnny Cashs Version des Soundgarden-Songs "Rusty Cage" hatte Ende der 90-er für Furore gesorgt, für "Forever Words" revanchierte sich Chris Cornell. Die Aufnahmen fanden kurz vor seinem Suizid statt, die Worte aus der Feder Cashs lassen den Hörer innehalten: "We were carefree, open and honest. Loving, easy, kind and true. And I suppose you never doubted that we were altogether fine. You never really knew my mind." Alleine dieser Song rechtfertigt die Existenz von "Forever Words".

Alexander Diehl

Audio CD
Bewertungausgezeichnet
CD-TitelForever Words
Bandname/InterpretJohnny Cash
GenreCountry
Erhältlich ab06.04.2018
LabelLegacy
VertriebSony Music
Quelle: "teleschau - der mediendienst"


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